Eine Genossenschaft für Meldorf

Zimmermann
Karsten Zimmermann Nachhaltigkeitsbeauftragter der Stadt Meldorf
(Foto: ©Elena Kounadis)

Aktuelles

16.04.2019, Informationsveranstaltung zum Genossenschaftsvoraben der Stadt Meldorf: Knapp 40 Teilnehmer informierten sich über die Hintergründe, die Strategie und rechtlichen Fragen zu Vorhaben. Viele Teilnehmer haben sich bereiterkärt bei der Vorbereitung der Genossenschaft mitzuwirken.
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Hintergrund

Meldorfer Vertreter*innen aus Politik, Wirtschaft, Vereinen und Institutionen haben sich im Dezember 2018 über erfolgreiche Formen der Innenstadtbelebung in Dannenberg informiert. Im Nachgang ist daraus die Erkenntnis gewachsen, in Meldorf ein proaktives Leerstandsmanagement umzusetzen. Die Stadtvertretung hat dann am 19.03.2019 die Errichtung einer Entwicklungs- und Marketinggenossenschaft für Meldorf einstimmig beschlossen. Eine Genossenschaft bietet die beste Form, die Interessen der Stadt, der Wirtschaft und der Bürger*innen mit dem Ziel der gemeinschaftlichen Attraktivierung der Stadt zu bündeln. Diese Rechtsform passt gut zum wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Umfeld Meldorfs sowie zum städtischen Leitbild der nachhaltigen Entwicklung. 

Was ist eine Genossenschaft?

Genossenschaften sind demokratisch organisierte wirtschaftlich tätige Wertegemeinschaften, im Sinne von Selbsthilfe, Selbstverantwortung und Selbstverwaltung. Sie sind darauf gerichtet, den Erwerb oder die Wirtschaft der Mitglieder oder deren soziale und kulturelle Belange durch einen gemeinschaftlichen Geschäftsbetrieb zu fördern – so sagt es das Gesetz. Die für Meldorf geplante genossenschaftliche Kooperation setzt auf das Eigeninteresse und Nutzen der Mitglieder und soll so zugleich zur Daseinsvorsorge der Stadt Meldorf beitragen.

Warum eine Genossenschaft und kein Verein?

Genossenschaften funktionieren ähnlich wie Vereine. Anders als ein Verein, dürfen Genossenschaften aber wirtschaftlich tätig sein. Die Mitglieder einer Genossenschaft arbeiten nicht ehrenamtlich, sondern aus eigenem Erwerbsinteresse an konkreten und wirtschaftlich tragfähigen Projekten mit. Die Mitglieder bestimmen wirtschaftsdemokratisch mit. Dabei spielt die Anzahl und Höhe der Anteile keine Rolle. Jeder hat eine Stimme. Auch die Stadt hat nur eine Stimme. Die laufenden Geschäfte werden von einem kaufmännischen hauptamtlichen Vorstand geleitet.

Werden Vereine überflüssig?

Nein. Alle Vereine Meldorfs sind unverzichtbar! Jeder einzelne Verein leistet einen wichtigen Beitrag zum wirtschaftlichen, sozialen oder kulturellen Leben Meldorfs. Das soll auch in Zukunft so bleiben. Daher gilt: die Genossenschaft ersetzt nicht die Vereinsarbeit, sondern ergänzt diese. Sie bietet den Vereinen eine Plattform zur Vernetzung und gemeinschaftlichen Koordination von Stadtmarketingaktivitäten. Sie kann – sofern sie mit genügend Ressourcen ausgestattet ist – Vereine bei Bedarf organisatorisch unterstützen.

Gibt es nicht schon viele Ideen, die man einfach nur mal umsetzen müsste?

Richtig. Aus den Dialogen vergangener Jahre (z.B. Exkursion Zukunft, Città Slow Workshops, Agenda 21 etc.) existieren bereits hunderte von Ideen, um Meldorf attraktiver zu machen. Viele dieser Ideen brauchen jedoch eine Person oder Gruppe, die sich den „Hut“ aufsetzt, Zeit investiert und auch ins wirtschaftliche Risiko geht. Denn aus dem Bedarf muss Nachfrage geschaffen werden, sonst rechnet sich das nicht. Die erfolgversprechendsten und wirtschaftlich tragfähigsten Ideen sollen konkretisiert und umsetzt werden. Das kann natürlich aus der Verwaltung heraus nicht geleistet werden. Um das gemeinschaftlich zu organisieren und zugleich das wirtschaftliche Risiko niedrig zu halten, ist eine Genossenschaft die geeignetste Rechtsform.

Was sind die Aufgaben einer Genossenschaft für Meldorf?

Die Aufgaben (Unternehmensgegenstand) werden im weiteren Gründungsprozess konkretisiert und in der Satzung verankert. Angedacht ist unter anderem die Entwicklung von neuen Ladenkonzepten (z.B. Shop-in-Shop Lösungen). Die Genossenschaft könnte als Hauptmieter auftreten. In den Ladenkonzepten könnten dann lokale und regionale Anbieter ihr Angebot gemeinsam vertrieblich bündeln. Auch für Klein- und Kleistunternehmer z.B. aus Handel, Handwerk und Dienstleistungen oder auch Kunst- und Kulturschaffende ist das interessant, da das unternehmerische Risiko gesenkt werden kann. Das Angebot wird für die Bürger und Besucher der Stadt bunter. Davon profitieren umliegende Bestandsgeschäfte, da mehr Lauf entsteht und auch die Vermieter. Voraussetzung ist die Mitgliedschaft in der Genossenschaft. Außerdem soll die Genossenschaft Marketingaktivitäten unter einem gemeinsamen Dach und zielgruppengenau bündeln (z.B. für Besucher, Unternehmen, Fachkräfte usw.) und den Standort Meldorf auch überregional vermarkten (z.B. als nachhaltige Kulturhauptstadt Dithmarschens, Hochzeitsstandort usw.)

Wie geht es nun weiter?

Der Nachhaltigkeitsbeauftragte der Stadt Meldorf, Karsten Zimmermann, ist mit der Errichtung der Genossenschaft beauftragt. Es müssen Gründungsmitglieder gefunden, eine Satzung, Geschäftsordnung und ein Geschäftsplan erstellt werden. Die Stadt muss die Beteiligung beschließen und die Kommalaufsicht eingebunden werden. Die formale Gründung der Genossenschaft erfolgt nicht durch die Stadtvertretung, sondern durch eine Generalversammlung der Gründungsmitglieder. Nach der Gründung erfolgt die gesetzlich vorgeschriebene Gründungsprüfung durch den Genossenschaftsverband und dann die Einreichung der Unterlagen zum Registergericht. Nach der Registrierung ist die Genossenschaft errichtet.

An wen richtet sich die Genossenschaft?

An alle, die etwas für sich und für die Stadt Meldorf bewegen wollen: Bürger, Händler, Handwerker, Kunst- und Kulturschaffende, Dienstleister, Gastronomen, Immobilienbesitzer, Vereine aus Meldorf und der Region usw.

Wie kann man Mitglied werden?

Sobald die Genossenschaft als Unternehmen eingetragen ist, kann jeder eine Beitrittserklärung abgeben.

Was kostet die Mitgliedschaft?

Die Höhe und Anzahl der zu zeichnenden Anteile sowie laufenden Beiträge steht noch nicht fest. Dazu wird ein Geschäftsplan erarbeitet.

Karsten Zimmermann
Nachhaltigkeitsbeauftragter der Stadt Meldorf
Hindenburgstr. 18
Mobil: 0151 688 35 676

Sie wollen mitmachen, haben Fragen oder Ideen? Schreiben Sie mir bitte eine Mail an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

 

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